Erfahrungsbericht

Juliana B., Leisure and Tourism Management, 5. Semester, Spanien, Vigo, Universidade de Vigo, Wintersemester 2025/26

 

ZWISCHEN STRAND, BERGEN UND WEIHNACHTEN – VIVA VIGO

BEWERBUNG
Als ich angefangen habe, mir eine Partneruniversität für mein Auslandssemester auszusuchen, hat es mir geholfen, klare Kriterien zu setzen. Für mich war es wichtig, mein
Spanisch zu verbessern, aber auch englische Kurse zu belegen und in ein Land mit höheren Temperaturen zu gehen. Auf der HOST-Website habe ich das Portal mit den Partneruniversitäten genutzt, um alle Universitäten, die mich interessierten, herauszusuchen. Diese habe ich verglichen und ein Ranking erstellt, um meine Top 3 festzulegen. Der Bewerbungsprozess fing mit der Online-Bewerbung im Dezember an. Dafür habe ich alle wichtigen Dokumente für die Bewerbung zusammengesucht. Im Februar habe ich meine Zusage für die UVigo erhalten und dort nochmal die benötigten Dokumente eingereicht. Der Prozess zieht sich zwar bis zum Beginn der Mobilität, aber mit etwas Geduld geht das schnell vorbei. Mir hat es geholfen, eine Checkliste zu erstellen, um einen Überblick zu behalten, was man für welche Phase erledigen muss.


VORBEREITUNG
Zur Vorbereitung auf mein Semester in Vigo habe ich mir auf der Website der UVigo alle Kurse angeschaut, die mir zur Verfügung standen und auf den Bachelor in Handel begrenzt waren. Damit konnte ich mein Learning Agreement erstellen. Parallel habe ich mich um Versicherungen, eine Packliste, Flugtickets und die Wohnungssuche gekümmert. Relativ schnell habe ich einige WGs angeschrieben und Antworten erhalten. Auf den Unterricht musste ich mich nicht besonders vorbereiten. Wichtig für das Leben in Vigo, ist der PassVigo mit dem man günstig Bus fahren kann.


LEBEN IN VIGO
In Vigo ist alles etwas ruhiger und gelassener, angefangen bei den späteren Essenszeiten, über den Beginn von Partys bis zur typischen Siesta, aber daran gewöhnt man sich schnell. Vigo ist die größte Stadt Galiziens, wo Galizisch gesprochen wird, welches wiederum eher Portugiesisch als Spanisch ähnelt. Viele Einwohner sprechen auch Katalanisch, jedoch kommt man mit Englisch in der Freizeit nicht sehr weit. Gerade das macht die Region sehr authentisch, mit wunderschöner Natur, die von Stränden, hohen Wellen, Bergen und einem Wetter geprägt ist, das zwischen strahlender Sonne und Regenzeit im Winter schwankt. Die Weihnachtszeit ist das Highlight in Vigo, denn ab Ende September werden Lichterdekorationen aufgehängt, die Mitte November feierlich erleuchten und bis Mitte Januar jeden Abend strahlen. Auch die historische Altstadt ist sehr schön, mit kleinen Gassen und schöner Architektur. Vigo ist eine Hafenstadt, wodurch man viele Fischer- und Containerschiffe, aber auch ab und zu Kreuzfahrtschiffe am Hafen entdeckt. In meiner Freizeit habe ich viel mit meiner Freundesgruppe unternommen, wie Ausflüge in andere galizische Städte oder nach Spanien und Portugal zu reisen. Aber auch der ESN Vigo bietet viel Programm wie Sport, Trips, nettes Beisammensein, Essen oder kreative Veranstaltungen an.


STUDIEREN AN DER UVIGO
Mein Alltag in Vigo ist anders als in Stralsund. Zur Fakultät konnte ich 20 Minuten zu Fuß oder 10 Minuten mit dem Bus fahren, da die „Faculdade de Comércio“ nicht auf dem großen Campus liegt, der eine Stunde Busfahrt entfernt ist. Im Handelsstudiengang habe ich zwei Module des 3. Jahres und drei Module des 4. Jahres belegt, welche alle nur auf Spanisch angeboten werden. An zwei Tagen pro Woche hatte ich morgens von 9 bis 13:30 Uhr und abends von 16 bis 21:30 Uhr Unterricht. An zwei weiteren Tagen fanden die Kurse nur abends statt. Alle Module bestehen aus je zwei Stunden Theorie und ein bis zwei Stunden Praxis pro Woche. Die Gesamtnote setzte sich aus der kontinuierlichen Bewertung zusammen. Dazu zählen Anwesenheit, Abgaben in der Praxis, Ausarbeitungen, Präsentationen, Zwischenprüfungen und auch in manchen Modulen eine Abschlussprüfung. Durch die Praxisstunden hat man während des Semesters den Stoff sehr gut mitgelernt. Darüber hinaus waren die Professoren zum Teil sehr hilfsbereit und haben sich bemüht, mich mit einzubinden.


WIE WAR MEIN AUSLANDSSEMESTER?
Anfangs war ich überrascht, alle Kurse auf Spanisch absolvieren zu müssen. Rückblickend habe ich zwar alle Kurse bestanden, teilweise jedoch nur knapp. Dennoch war es ein
Privileg, da ich dadurch meine Sprachkenntnisse deutlich verbessern konnte. Auch wenn ich keine Tourismusmodule belegen konnte, empfand ich die Abwechslung durch andere Fachbereiche als interessant und lehrreich. Außerdem habe ich viele neue Leute aus der ganzen Welt kennengelernt, wunderbare Orte besucht, Kultur und Natur erlebt. Das war genau das, was ich mir von meinem Semester erhofft hatte.


TIPPS FÜR DEIN AUSLANDSSEMESTER
Zum Abschluss würde ich jedem raten ein Auslandssemester zu machen, weil man unglaublich viel erlebt, entdeckt und es für mich ein großer Schritt zur Selbstentwicklung
war.

Nun ein paar Tipps, um euch bei der Mobilität zu helfen:
Informiert euch vor der Bewerbung in der LTM-Broschüre, auf der Website und dem Instagram der HOST. Recherchiert nach den Destinationen, die euch ansprechen und
kontaktiert gerne Studierende, die bereits dort waren. Wählt eure Top drei Universitäten aus und informiert euch im Detail über die Unterrichtssprache, Module, Unterrichtszeiten, Wetter, Umgebung und was für euch wichtig ist. Entscheidet euch für die Uni/Stadt nach euren Vorlieben und wozu ihr euchhingezogen fühlt. Also wagt diesen Schritt und wenn ihr Fragen habt, meldet euch gerne!